Am vergangenen Donnerstag haben wir mal wieder den Beweis bekommen, wie schön es ist, in lachende Kindergesichter zu schauen. Ich war zusammen mit meinen Freunden Guido Jöris und Rene Kroemer Piano im Festspielhaus Baden-Baden in der Kindermusikwelt der Sigmund-Kiener-Stiftung „Toccarion“. Auf Einladung des Badisches Tagblatt haben wir einen kleinen Workshop für Kinder gegeben. Es war unheimlich interessant zu sehen, wie unterschiedlich Kinder sind. Die einen sind ganz ruhig, zurückhaltend und aufmerksam und andere sind aufgedreht, unruhig, nie bei der Sache…

ABER: Kaum erklingt der Gesang wird der Raum von Aufmerksamkeit erfasst. Ebenso bei dem gemeinsamen Musizieren. Alle hören sich und den anderen plötzlich zu. Mir wurde wieder einmal bewusst, dass die Fähigkeit sich ein paar Minuten ganz ruhig zu verhalten, ohne etwas zu tun, ohne zu reden, ohne zu schauen, einfach nix tun, außer die Umgebung wahrnehmen, wohl sehr schwer, nicht nur für Kinder, ist.

Es geht nicht nur darum, der Stille zu lauschen. Hören und vor allem zuhören zu können, ist die Grundlage für eine friedvolle und vernünftige Kommunikation. Wie oft stellen wir alle fest, dass uns der oder die Gegenüber gar nicht „richtig zugehört“ hat. Und so entstehen Missverständnisse…Und im Bezug auf das Hören im allgemeinen, verliert man immer mehr den Bezug zur Natur. Vogelgezwitscher, der Wind der durch die Blätter im Wald, pfeift oder Meeresrauschen usw… aber nein-mit Kopfhörer geht man joggen, spazieren, Fahrradfahren usw…. und nur weil sich manche so abschotten, sind sie schon von Autos überfahren worden…das kann es doch nicht sein.

Aber: Das Hören kann man auch für sich auf andere Weise nutzen: In sich hinein hören, sich wahrnehmen, vielleicht einmal den eigenen Herzschlag hören und spüren, wieviel Leben in uns beschäftigt ist. So etwas kann einem wunderbare Momente der Besinnung bescheren. Der Herzschlag ist immerhin unser Partner auf allen Wegen. Und nicht umsonst ist unser Herzschlag ganz eng mit unserem Seelenleben verknüpft…

Euer Marc